Ines Pohl löst Bascha Mika als "taz"-Chefredakteurin ab.

 

Neue Frau an der "taz"-Spitze: Ines Pohl löst Bascha Mika ab Die "taz" bekommt Mitte Juli eine neue Chefredakteurin: Ines Pohl, 42, wird dann Bascha Mika (Foto) an der Spitze der Redaktion ablösen. Das berichtet die "taz" am Donnerstag in eigener Sache. Die neue Frau ist derzeit Korrespondentin für die Mediengruppe Ippen in Berlin. Zuvor leitete sie das politische Ressort der Ippen-Zeitung "Hessische/Niedersächsische Allgemeine", Kassel. Bascha Mika war elf Jahre "taz"-Chefredakteurin, doch zuletzt hatten Gerüchte die Runde gemacht, sie werde bald gehen. Jetzt hat sich das bestätigt. Weitere Hintergründe - umblättern!

Neue Frau an der "taz"-Spitze:

 

Ines Pohl löst Bascha Mika ab

Die "taz" bekommt Mitte Juli eine neue Chefredakteurin: Ines Pohl, 42, wird dann Bascha Mika (Foto) an der Spitze der Redaktion ablösen. Das berichtet die "taz" am Donnerstag in eigener Sache. Die neue Frau ist derzeit Korrespondentin für die Mediengruppe Ippen in Berlin. Zuvor leitete sie das politische Ressort der Ippen-Zeitung "Hessische/Niedersächsische Allgemeine", Kassel. 2004/2005 war sie als Stipendiatin der Nieman Foundation for Journalism für ein Jahr an der University of Harvard.

 

Bascha Mika war elf Jahre "taz"-Chefredakteurin, doch zuletzt hatten Gerüchte die Runde gemacht, sie werde bald gehen - und zwar nicht ganz freiwillig. Im vergangenen Dezember soll es zu internen Debatten  gekommen sein, weil sich die Redaktion von der Chefetage nicht ausreichend über das Projekt "sonntaz" informiert fühlte. Mika habe seitdem "die Mehrheit im Haus gegen sich" gehabt, heißt es. Ohnehin ist das Verhältnis zwischen Chefredaktion und Redakteuren in der Dutschke-Straße speziell. Wenn anderswo aus der Chefetage Anweisungen kommen, springen die Redakteure im Regelfall. Bei der "taz" agiert die Redaktion viel autonomer. Mika war eine glänzende Repräsentantin der "taz", doch intern hat der jeweilige Chef weniger zu melden, als man annehmen könnte.   

 

In dem "taz"-Bericht versuchen die Zeitung und Mika den Eindruck zu zerstreuen, es habe Unstimmigkeiten gegeben: "Ich überlege schon seit Längerem, die 'taz' zu verlassen. Zehn Jahre hatte ich mir ursprünglich für die Chefredaktion gegeben. Nun sind es wegen der Blattreform und unserer 30-Jahrfeier elf geworden", erklärt die scheidende Chefredakteurin dort. Die Führungsgremien der "taz" seien frühzeitig von den Absichten informiert, um einen geregelten Übergang zu gewährleisten.

 

"Eine Ära geht zu Ende. Niemand hat das 3. Jahrzehnt der 'taz' mehr geprägt als Bascha Mika", sekundiert Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch. Die Chefredakteurin in spe lässt sich ebenfalls zitieren: "Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem 'taz'-Team in diesen Zeiten, in denen die sozialen Kosten der Finanzkrise immer deutlicher werden, das Profil der 'taz' zu schärfen und ihre inhaltliche Relevanz auszubauen," so Ines Pohl.

 

Pohl hat eine "taz"-Vorgeschichte - bereits im vergangenen Jahr hatte sie sich offenbar auf eine Ressortleiterstelle im Verlag beworben. Die Kandidatin sei zwar glänzend angekommen, aber am Ende sei man doch nicht zusammengekommen. Als der "taz"-Vorstand vor einiger Zeit an Pohl herantrat, um ihr die Chefredaktion anzubieten, sah die Sache aber ganz anders aus. Eine interne Lösung kam dagegen nicht in Frage, weil offenbar kein Mitarbeiter mehrheitsfähig gewesen wäre.

 

hk/cm

Ihre Kommentare
Kopf
Kress Pro Magazin
2020/#03

Lesen Sie im aktuellen kress pro, dem Magazin für Führungskräfte bei Medien: Was Deutschlands erfahrenster Medienberater Rolf-Dieter Lafrenz jetzt empfiehlt. Dazu: Was die Corona-Krise für die Medienbranche bedeutet.

Kressköpfe dieses Artikels
  • Noch kein kresskopf?

    Logo
    Dann registrieren Sie sich kostenlos auf kress.
    Registrieren
Kress Pro Magazin
2020/#03

Lesen Sie im aktuellen kress pro, dem Magazin für Führungskräfte bei Medien: Was Deutschlands erfahrenster Medienberater Rolf-Dieter Lafrenz jetzt empfiehlt. Dazu: Was die Corona-Krise für die Medienbranche bedeutet.

Inhalt konnte nicht geladen werden.