Im Streit mit dem Grosso musste Bauer jetzt die zweite Niederlage vor Gericht einstecken.

 

Bauer vs. Grosso: Verlag verliert auch gegen Grade Im Streit mit Grosso-Unternehmen hat die Bauer Media Group erneut eine Schlappe vor Gericht hinnehmen müssen: Das Landgericht Kiel verurteilte den Verlag am Freitag dazu, den Grossisten Grade, Elmshorn, wieder mit allen Presseerzeugnissen des Hauses zu beliefern. Bauer muss auch die Kosten des Rechtsstreits tragen. Der Verlag hatte Grade sowie dem Grossisten Mügge, Stade, im Februar gekündigt. Auch Mügge hat dagegen geklagt und bereits im Mai vorm Landgericht Hannover Recht bekommen (kress.de vom 29. Mai 2009). Bauer ging in die Berufung. Auch gegen das Urteil des Landgerichts Kiel kann der Verlag binnen eines Monats in die Berufung gehen. Wie die Kieler Richter ihr Urteil begründen, lesen Sie nach dem Umblättern!

Bauer vs. Grosso:

 

Verlag verliert auch gegen Grade

Im Streit mit Grosso-Unternehmen hat die Bauer Media Group erneut eine Schlappe vor Gericht hinnehmen müssen: Das Landgericht Kiel verurteilte den Verlag am Freitag dazu, den Grossisten Grade, Elmshorn, wieder mit allen Presseerzeugnissen des Hauses zu beliefern. Bauer muss auch die Kosten des Rechtsstreits tragen. Der Verlag hatte Grade sowie dem Grossisten Mügge, Stade, im Februar gekündigt. Auch Mügge hat dagegen geklagt und bereits im Mai vorm Landgericht Hannover Recht bekommen (kress.de vom 29. Mai 2009). Bauer ging in die Berufung. Auch gegen das Urteil des Landgerichts Kiel kann der Verlag binnen eines Monats in die Berufung gehen.

 

Nach der Kündigung der Verträge mit Grade und Mügge hatte Bauer die Unternehmenstochter Pressevertrieb Nord (PVN) mit der Auslieferung der eigenen Presseartikel an den Einzelhandel beauftragt. In der juristischen Auseinandersetzung mit den beiden ausgemusterten Grosso-Unternehmen argumentiert der Verlag u.a., dass er in der Auswahl seiner Vertriebspartner grundsätzlich frei sei und das Recht habe einen Grossisten gegen einen anderen auszutauschen.

 

Die Richter in Kiel folgten wie schon ihre Kollegen in Hannover dieser Argumentation nicht: Bauer habe Grade und Mügge gegenüber den anderen nicht gekündigten Grossisten ungleich behandelt. Dafür bedürfe es einer sachlichen Rechtfertigung, die im Fall Grade nicht vorliege, so eine Pressemitteilung des Landgerichts Kiel zum Urteil. Der Umstand, dass Bauer mit PVN gute Erfahrungen gemacht habe, sei nicht ausreichend, weil die Klägerin (Grade) offenbar in der Lage sei, den Verlag in gleicher Weise zufrieden zu stellen. Im Ergebnis überwiege das "Interesse der Klägerin an der Fortsetzung des Vertragsverhältnisses das interesse der Beklagten an einer freien Gestaltung ihrer Vertragsbeziehungen deutlich". 

hk

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