"Erstes interaktives Musikfernsehen": QTom startet.

 

Musikdienst kooperiert mit Net TV-Gerätehersteller Philips:  QTom macht Musik-TV interaktiv  Langsam wird´s eng auf dem noch jungen Markt für internetbasiertes Musikfernsehen. Neben tape.tv (kress.de vom 17. April 2009), Musik TV von MyVideo (ProSiebenSat.1) und dem angekündigten Putpat.tv (Beta-Phase) startete am Donnerstagabend QTom. Konzept und Prinzip der Angebote sind ähnlich: eine Wiederbelebung des Klingelton- und Datingshow-verseuchten Musikfernsehens durch kostenloses Abspielen von Musik-Videos, die je nach Einstellung von Parametern individuell zusammengewürfelt werden. Im Fall von QTom, einem Startup mit Sitz in Hamburg, sollen drei Regler (schnell-langsam, klassisch-neu, Insider-Hits) es möglich machen, Videos je nach Neigung und Stimmung anzuschauen.

Musikdienst kooperiert mit Net TV-Gerätehersteller Philips:

 

QTom macht Musik-TV interaktiv 

QtomLangsam wird´s eng auf dem noch jungen Markt für internetbasiertes Musikfernsehen. Neben tape.tv (kress.de vom 17. April 2009), Musik TV von MyVideo (ProSiebenSat.1) und dem angekündigten Putpat.tv (Beta-Phase) startete am Donnerstagabend QTom. Konzept und Prinzip der Angebote sind ähnlich: eine Wiederbelebung des Klingelton- und Datingshow-verseuchten Musikfernsehens durch kostenloses Abspielen von Musik-Videos, die je nach Einstellung von Parametern individuell zusammengewürfelt werden. Im Fall von QTom, einem Startup mit Sitz in Hamburg, sollen drei Regler (schnell-langsam, klassisch-neu, Insider-Hits) es möglich machen, Videos je nach Neigung und Stimmung anzuschauen.

 

"Musikfernsehen ist etwas fürs Wohnzimmer"

 

Die Gründer Oliver Koch (Foto l., u.a.Oliver Koch, Tobias Fröhlich MME, Entertainment Media) und Tobias Fröhlich (Foto r., u.a. Aufbau von VH-1, Web-TV für Tomorrow Internet AG) nennen QTom das „erste interaktive Musikfernsehen" und glauben an das schleunige Ende des linearen Fernsehens. Was QTom von der Konkurrenz unterscheiden soll, ist die konsequente Ausrichtung auf den Abspielkanal TV. „Wir machen neues Fernsehen", sagt Fröhlich, und das bedeute IPTV, nicht Web-TV. Web-Fernsehen ergebe mittelfristig, anders als Web-Radio, keinen Sinn: „Musikfernsehen ist etwas fürs Wohnzimmer, und da wollen wir hin", sagt Fröhlich.

 

Konkret bedeutet das: QTom gibt es im Internet (www.qtom.tv), doch das Ziel ist der Vertrieb der Plattform auf Fernseher mit Net TV-Technologie. Zum Start ist QTom im Bouquet der entsprechend ausgerüsteten Philips-Geräte vertreten, die im Februar vorgestellt wurden. Mit weiteren Herstellern wie LG, Sony, Samsung und Toshiba führe man Gespräche. Denkbar ist ebenso eine Distribution über Spielekonsolen, Set-Top-Boxen und mobile Endgeräte wie das iPhone.

 

qtom

 

Gerade kategorisiert ein Team aus Redakteuren und Technikern in Hamburg die Clips, um die Auswahl möglichst genau auf persönliche Geschmäcker abzustimmen. In der so genannten Absenderkompetenz liegt der Knackpunkt zum Erfolg - alle Wettbewerber haben schließlich Deals mit den Musik-Majors und Independent-Labels, damit in etwa ein ähnliches Video-Archiv. Die Macher von QTom haben Abkommen mit Universal, Sony und Warner sowie kleineren Labels, ein Abschluss mit EMI steht noch aus.

 

qtom

 

Der Publikumserfolg entscheidet sich aber letztlich mit der Präsentation, der Funktionalität und der Zufriedenheit der Nutzer. In die Vermarktung des Angebots wollen Koch und Fröhlich nach dem Start einsteigen, eine werbefreie Premium-Version ist zu einem späteren Zeitpunkt denkbar. Doch bisher macht noch kein Musik-Angebot, auch nicht die „Radios" last.fm, Spotify oder WE7, nennenswerte Gewinne, weder über Werbung noch über Premiumdienste.

 

In dem Segment ist jedenfalls gehörig Bewegung: Die Musikseite roccatune musste vergangene Woche einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen - es fehlte das nötige Kapital, um den Dienst weiter zu betreiben (kress.de vom 25. August 2009). Kurz zuvor kündigte  MySpace an, für geschätzte 20 Mio Dollar den Musikdienst iLike zu übernehmen, der nach eigenen Angaben 50 Mio Nutzer hat (kress.de vom 20. August 2009).

 

QTom ist bisher eigenfinanziert. Die Gründer sind seit dem Start der Entwicklung als Berater für die Telekom tätig, sagen aber nach zweijähriger Entwicklung: „Wir wollten das bis zum Start alleine hinbekommen."

Christian Meier

 

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