Relaunch am 5. September: "Zeit Online" geht in die Breite.

04.09.2009
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Relaunch am 5. September:  "Zeit Online" geht in die Breite Ein Relaunch nach dem anderen: Nach"stern.de", "Spiegel Online" und "FTD.de" geht am 5. September auch "Zeit Online" mit einer neuen Version online. Anders als beim eher kleineren Relaunch von "Spiegel Online", riskieren "Zeit Online"-Chefredakteur Wolfgang Blau und Geschäftsführer Christian Röpke den großen Wurf. "Zeit Online" wurde von Grund auf renoviert und kommt demnächst in voller Breite daher. Für das Drittel der deutschen Online-Nutzer, die keinen 1280 Pixel breiten Bildschirm haben, passt sich die Breite der rechten Spalte so an, dass auch die Anzeige am Rand noch zu sehen ist. Über ein Jahr bastelten Redaktion und Programmierer an der neuen Seite, die Anforderungen: größerer Lesekomfort, stärkere Integration der Leser-Community, leicht verständliche Navigation und hohe ästhetische Qualität. Dabei liegt ein klarer Schwerpunkt auf Aktualität. "Wir wollen nicht um jeden Preis das größte deutsche Nachrichtenportal werden, aber das beste", so Blau zu seinem Anspruch. Wie die neue Seite gegenüber der Konkurrenz punkten soll - und wie umfangreich der Austausch mit den anderen Holtzbrinck-Seiten ist - umblättern!

Relaunch am 5. September:

 

"Zeit Online" geht in die Breite

zeit onlineEin Relaunch nach dem anderen: Nach"stern.de", "Spiegel Online" und "FTD.de" geht am 5. September auch "Zeit Online" mit einer neuen Version online. Anders als beim eher kleineren Relaunch von "Spiegel Online", riskieren "Zeit Online"-Chefredakteur Wolfgang Blau und Geschäftsführer Christian Röpke den großen Wurf. "Zeit Online" wurde von Grund auf renoviert und kommt demnächst in voller Breite daher. Für das Drittel der deutschen Online-Nutzer, die keinen 1280 Pixel breiten Bildschirm haben, passt sich die Breite der rechten Spalte so an, dass auch die Anzeige am Rand noch zu sehen ist. Über ein Jahr bastelten Redaktion und Programmierer an der neuen Seite, die Anforderungen: größerer Lesekomfort, stärkere Integration der Leser-Community, leicht verständliche Navigation und hohe ästhetische Qualität. Dabei liegt ein klarer Schwerpunkt auf Aktualität. "Wir wollen nicht um jeden Preis das größte deutsche Nachrichtenportal werden, aber das beste", so Blau zu seinem Anspruch.

 

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Die neue Startseite (Foto, oben) kommt wesentlich aufgeräumter daher als bisher. Wie gehabt gibt es einen großen Aufmacher, Bilder sind künftig alle im 16:9-Format. Die neuen Seitenbreite macht sich besonders bei Bildern und Fotostrecken bezahlt, die jetzt wesentlich eindrucksvoller wirken. Auch ein breites Anzeigenformat hat die Seite jetzt zu bieten. Bei den Artikelseiten (Foto, unten) wurde der Einstieg in den Text verbessert. Statt der kleinteiligen Druck-, Sende- und Kommentarfunktionen geht es künftig direkt mit großer Überschrift und Einlauftext los. Die Seiten sind jetzt übersichtlicher und wirken nicht mehr so gedrängt - der "visuelle Lärm" sei getilgt, so Blau. Für redaktionelle Schwerpunktthemen wie das Superwahljahr gibt es Themenseiten, die neben den "Zeit Online"-Inhalten auf weiterführende Quellen hinweisen, wie Blogs. In Sachen Bewegtbild arbeitet "Zeit Online" ab sofort mit Brightcove zusammen.

 

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"Zeit Online" soll die "größte Debattenseite Deutschlands" werden

 

Kommentare sind demnächst direkt unter dem Artikel einzugeben und zu lesen. User können sich per Klick nur von der Redaktion ausgewählte Kommentare anzeigen lassen. Dabei geht es nicht um die positive Bewertung des Texts, sondern schlicht um die Qualität des Nutzerbeitrags. Blau will "Zeit Online" zur "größten Debattenseite Deutschlands" aufbauen. In der Tat bietet sich hier eine Chance, sich von den zahlreichen Wettbewerbern abzugrenzen. Die User von "Zeit Online" seien meist gebildet und diskutierfreudig, wie auch die Leser der Print-Ausgabe. Weiteres Alleinstellungsmerkmal ist laut Blau der Verzicht auf Boulevardthemen - "Zeit Online" hat kein Panorama-Ressort. Bei der Entwicklung der Seite habe man auf die Balance zwischen Einzigartigkeit und der Rücksicht auf gelerntes Nutzerverhalten gesetzt. So will man der Konkurrenz "den ein oder anderen Nutzer abjagen", so Blau.

 

"Suchmaschinen-Freund, aber kritischer Google-Beobachter"

 

Wolfgang BlauAuf "Eye-Candy" hat Blau (Foto, links) weitgehend verzichtet, allein beim Archiv der Printartikel geht "Zeit Online" in die Vollen: Hier kann man in iPhone-Manier durch die "Zeit"-Titel der vergangenen Jahrzehnte blättern. Das Archiv ist nach wie vor vollkommen kostenlos. Jede Ausgabe wird nach einer Woche online gestellt. Unter der Woche werden rund 30% der Print-Artikel auch online veröffentlicht. Paid Content erteilen Blau und Röpke eine klare Absage. Bezahlung sei höchstens in Form von "Paid Service" denkbar, so Röpke - also Nutzwert, der über einen normalen Artikel hinausgeht. An der Suchmaschinen-Schelte beteiligen sich die beiden nur zum Teil. Er sei zwar ein "Suchmaschinen-Freund", aber ein "kritischer Google-Beobachter", so Blau. "Monopole sind immer ein Problem", setzt Röpke nach. Mittels Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing versuche man zwar durchaus, die Nutzer auf "Zeit Online" zu locken, Suchmaschinen-Manipulation sei aber bei ihnen kein Thema, stellt Röpke klar. Am Ziel von 2 Mio Usern hält Röpke nach wie vor fest. Derzeit hat die Seite 1,67 Mio Unique User (Agof internet facts 2009-I), im Juli kam sie auf 10,97 Mio Visits (IVW Online).

 

"Eine gemeinsame Serviceredaktion ist vom Tisch"

 Christian Röpke

Die Mehrheit der Inhalte kommt aus der "Zeit Online"-Redaktion. Derzeit sitzen 26 Redakteure in Berlin und 14 in Hamburg, einige davon arbeiten Teilzeit. Eine Zusammenführung von Print- und Online-Redaktion, wie die Verlagsgruppe Holtzbrinck es für "Tagesspiegel" und "tagesspiegel.de" angekündigt hat, ist für "Zeit" und "Zeit Online" nicht geplant. Das biete sich bei einer Wochenzeitung weniger an als bei einer Tageszeitung, sagt Blau. Hingegen liefert die "Tagesspiegel"-Redaktion aktuelle Inhalte an "Zeit Online", auch vom "Handelsblatt" kommen im Schnitt um die 18 Texte in der Woche. "Zeit Online" soll die besten Inhalte der Gruppe aggregieren, so Blau. Eine gemeinsame Serviceredaktion aller Holtzbrinck-Titel sei hingegen "vom Tisch". Über eine gemeinsame technische Plattform wird noch beraten, für den inhaltlichen Austausch sei ein gemeinsames Redaktionssystem aber nicht zwingend notwendig, so Röpke (Foto, rechts).

 

Das neue Design entstand zusammen mit der schweizerisch-japanischen Agentur Information Architects. Eine Werbekampagne (Bild, unten) sowie der neue Seiten-Claim "Durchschauen Sie jeden Tag" stammen aus der Feder von Scholz & Friends

 

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