MS: weil hier Menschen Freude am Gelingen haben und neugierig aufeinander sind.
Ich möchte Ihnen noch einen zweiten Begriff nennen, der uns wichtig ist: Hemdsärmeligkeit. Neue Produkte entstehen auch deshalb, weil wir aus Gewohnheiten ausbrechen. Weniger Power Point wagen. Schneller, schlanker zum Ziel kommen. Wir sind mutiger, und wir können uns auch mehr Mut leisten. Von den vielen neuen Zeitschriften, die wir in den vergangenen 24 Monaten gelauncht haben, sind die meisten bereits profitabel. Wir bei G+J – und viele andere in der Branche – haben gelernt, anders zu arbeiten. Und wir haben auch gelernt, die Dinge sein zu lassen, wenn sie nicht funktionieren. Wir haben im vergangenen Jahr „Frei“ nach ein paar Monaten wieder vom Markt genommen, weil es die Leserinnen nicht verstanden haben. Scheitern ist nicht schön, es ist kein Ziel. Aber: Nur wer scheitern darf, kann auch gewinnen.

7 Kreativität braucht Atmosphäre. Ich werde häufig gefragt:
Wie ist euer Prozess bei Innovationen, wie organisiert ihr das? Tja, gute Frage. Ja, wir haben mit dem Greenhouse ein Innovationslabor für digitale Neuerungen geschaffen, das sehr gut funktioniert und inzwischen auch von Externen gern angefragt wird. Kreativität lässt sich aber nicht in fest definierte Prozesse und Abläufe gießen. Kreativität ist: Kultur und Geist. Menschen. Kreativität braucht Luft. Es geht um Offenheit, Gedankenschnelligkeit, Mut, Neugier. Und das braucht es allerorten, jederzeit, nicht nur in vorbestimmten Bahnen.
Kreativität hat auch ganz viel mit Vertrauen zu tun. In beide Richtungen: Die Mitarbeiter müssen das Vertrauen haben, dass sie mit verrückten Einfällen kommen dürfen – und dass sie, falls es nicht klappt, nicht persönlich zur Verantwortung gezogen werden. Und meine Kollegen und ich in der Geschäftsführung haben das Vertrauen in das Potenzial der eigenen Leute. Wir machen sehr gute Erfahrungen damit, Kolleginnen und Kollegen aus der zweiten oder dritten Ebene mehr Verantwortung zu geben.

8 Gute Frauen ziehen moderne Männer an.
Kreativität lebt auch von Diversität. Rund die Hälfte unserer Chefredakteure sind Frauen, und 45 Prozent der gesamten Führungskräfte sind Frauen. Weit mehr als vor ein paar Jahren. Wir haben das geschafft ohne Heckmeck, ohne Quotenvorgaben, auf ziemlich natürliche Weise. Einfach dadurch, dass wir uns immer bemüht haben, die besten auszuwählen. Und, das kann ich Ihnen sagen, ich sehe bei uns, dass das nicht nur gut ist für die Frauen. Auch die guten, modernen Männer finden das gut. Weil es einfach mehr Spaß macht, und weil unsere Gesellschaft so ist.

9 Du musst den Weg gehen, der zu dir passt.
Wir haben dem vor ein paar Jahren allgegenwärtigen und heute noch immer beliebten Schlachtruf der Disruption widerstanden, auch wenn das Kraft gekostet hat. Wir haben nicht alles Alte über Bord geworfen. Im Gegenteil, wir haben den Wert unserer starken Marken geachtet – und uns überlegt, wie wir mit ihnen und mit den erlernten Fähigkeiten in die Zukunft kommen. Aber, und das ist mir wichtig zu betonen: Ist das der Weg, den Sie jetzt alle gehen müssen? Sicherlich nicht. Es ist unser Weg. Der, der zu uns passt. Der uns Freude macht – und auf dem uns einiges gelingt. Wir, das kann ich Ihnen versprechen, gehen ihn weiter.

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