Wie läuft es bei Bild wirtschaftlich?
Die Antwort hütet Axel Springer traditionell wie ein Staatsgeheimnis. Kein Wunder: Früher erreichten die Renditen Höhen von über 40 Prozent, erinnern sich alte Haudegen im Geschäft. Dass man mit reißerischen Inhalten derart gut verdiente, wollte man niemandem unter die Nase reiben. Schon gar nicht den Anzeigenkunden, die ihre Budgets schonen wollten. Die goldenen Zeiten sind lange vorbei, allerdings verdienen „Bild“ und „Bild am Sonntag“ noch immer mit Abstand am meisten Geld im deutschen Zeitungsmarkt. Bis vor wenigen Jahren lag die Umsatzrendite (als Ebitda-Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von „Bild“ und „Bild am Sonntag“ zuverlässig über 30 Prozent, sagen Insider. Im vergangenen Jahr wies der Geschäftsbericht für den Bereich News Media Na­tional rund eine Milliarde Euro an Erlösen aus. Darin sind die Aktivitäten von Bild, Welt (inkl. TV) und die Magazine („Autobild“, „Sportbild“, „Computerbild“) gebündelt. Zwischen 2016 und 2018 lieferte das Segment eine solide Ebitda-Rendite um die 15 Prozent ab. Da die Welt-Gruppe (ohne TV) vermutlich defizitär ist, dürfte Bild also immer noch mit einer Ebitda-­Marge von mehr als 20 Prozent unterwegs gewesen sein. Im vergangenen Jahr wies der Geschäftsbericht für den News-Media-Bereich ein Ebitda-Ergebnis von 70,2 Millionen Euro aus, was einer Marge von 7 Prozent entspricht. Allerdings liegt das dürftige Ergebnis vor allem an den Abfindungsprogrammen, die Axel Springer für entlassene Mitarbeiter aufgelegt hat.

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