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18.12.2002


Die TBWA-Tochter Planet Communication laboriert an einem

 

Die TBWA-Tochter Planet Communication laboriert an einem Managementwechsel. Die neuen Chefs Ulf Hartmann und Michael Preiswerk haben es schwer Die Schwaben kommen nach Frankfurt: Bei der TBWA-Tochter Planet Communication...



 
 
jüngst das Ruder übernommen. Das bestätigt TBWA-Sprecher Uli Proeschel, 35. Ausgeschieden sind die beiden langjährigen geschäftsführenden Gesellschafter Ulrich Petry, 44, und Wilfried Guhlmann. Beide hielten zuletzt noch Anteile an der Planet-Gruppe, Petry als CEO gehörten 20 %, Guhlmann als Finanzer 10 %. Diese Anteile hat nach kress-lnformationen die Omnicom-Gruppe übernommen, die nun 100 % an Planet Communication hält. Wie es indes mit Planet weitergeht, steht in den Sternen. Denn der Managementwechsel funktionierte Brancheninsidern zufolge nicht so reibungslos, wie man es erhofft hatte. Als Petry und Guhlmann TBWA-Chef Perry Valkenburg über ihre Ausstiegspläne informierten, bemühte man sich bei der TBWA, eine neue Lösung für die Geschäftsführung zu finden. Ursprünglich war wohl geplant gewesen, die beiden Planet-Niederlassungen in Hamburg und Frankfurt voneinander zu trennen und zwei eigenständige Agenturen zu etablieren. Nicht zuletzt, weil bei den Hamburgern um Frank-M. Trau und Karsten Gessulat das Geschäft brummte. Das Team an der Elbe betreut unter anderem den Kunden DAK und seit Anfang des Jahres das millionenschwere Budget von Guhl Ikebana, Darmstadt. Um einem potenziellen Kundenkonflikt mit Beiersdorf vorzubeugen, sitzen sie in einem anderen Office als TBWA Hamburg. In Frankfurt florierte das Geschäft unter der Ägide von Petry und Guhlmann zunächst ebenfalls. Die Agentur hatte über Jahre hinweg gerade auch mittelständische Kunden aufgebaut,betreute unter anderem das Immobiliengeschäft der Dresdner Bank und das Budget der Deutschen Zentrale für Tourismus. Was lag näher, als in die Nachfolge zwei Agenturchefs zu berufen, deren Werberei ebenfalls zur TBWA gehört und von Kultur und Kunden Struktur her ganz ähnlich aufgebaut ist. Eine Art Planet GPP hätte in Frankfurt entstehen sollen - eine Agentur, die besonders eng an GPP gekoppelt ist und mit den Stuttgartern kooperiert, aber geführt von einem eigenen Niederlassungsleiter. Doch dann, so will ein Insider wissen, habe ein Sparkurs innerhalb der TBWA diese Pläne vereitelt. Anstatt eines eigenen Office-Leiters sollten Preiswerk und Hartmann einige Tage die Woche von Stuttgart nach Frankfurt pendeln und beide Agenturen zugleich betreuen. Das erwies sich als Zeit raubende und nicht zufrieden stellende Lösung. Petry und Guhlmann waren weg, die Kunden fühlten sich verunsichert. Nun muss Perry Valkenburg sich möglichst bald ein sinnvolles Szenario einfallen lassen, sonst bleibt nicht mehr viel übrig von der ehemals erfolgreichen Planet Communication in Frankfurt. Einst zählte die ganze Gruppe mit einem Billingvolumen von rund 38 Mio. Euro und einem Gross Income von etwa 5,5 Mio. Euro 35 Leute. Heute ist das Personal in Frankfurt auf unter 10 Mitarbeiter abgespeckt worden. Auch Kreativchef Alexander Klug van de Loo soll nach kress-lnformationen das Haus Ende des Jahres verlassen, faktisch ist er in der Agentur schon nicht mehr zu erreichen. Einige Kunden haben Insidern zufolge ihre Kündigung angedroht. Petry und Guhlmann - beide sind nicht mehr in der Agentur und waren bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen -werden wohl mit ein bisschen Wehmut verfolgen, was aus ihrer Agentur geworden ist. Doch nicht allzu lange: Die beiden haben schon neue Pläne. Gemeinsam wollen sie sich mit einem neuen Beratungskonzept selbständig machen. bm

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